Erbrecht und Kinder: Der komplette Ratgeber

Das Erbrecht ist ein sehr komplexes Thema und kann jeden betreffen, auch wenn es nicht um große Vermögenssummen geht. Außerdem ist es nicht selten, dass der Begriff „Erbrecht“ falsche Assoziationen hervorruft.

Denn: Nicht nur das Vermögen kann geerbt werden, sondern auch die Schulden des Erblassers! Wie sieht es aus, wenn Kinder davon betroffen sind?  Mit diesem Ratgeber und der richtigen Beratung sind Sie auf der sicheren Seite.

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Erbrechtlicher Pflichtteil bei Kindern

Haben Sie Fragen zum Thema Erbrecht und Kinder?

Haben Sie Fragen zum Thema Erbrecht und Kinder? Rufen Sie uns an unter 030 31 01 80 800.

Falls der Erblasser Kinder hat und der Todesfall eintritt, werden die Kinder kraft Gesetzes zum Erbnachfolger. Sie bekommen ½ des Erbteils.

Nicht zu vergessen sind auch die Ehegatten/Ehegattinnen, die nach dem Tod des Erblassers zurückbleiben.

Sie bekommen gem. § 1931 BGB ein Viertel des Erbteils. Hierbei muss aber danach unterschieden werden, ob der Ehegatte / die Ehegattin in einer Zugewinngemeinschaft oder der Gütertrennung gelebt haben.

Was, wenn das Kind verstorben ist?

In solch einem Fall treten die Enkelkinder, deren Eltern verstorben sind, als gesetzliche Erbnachfolger ein. Sie bekommen ein Viertel des Erbteils

Kann das Kind enterbt werden?

Sehr oft kommt es vor, dass aufgrund von Streitigkeiten oder besonderen Umständen der Erblasser sein Kind enterben möchte. Aber geht das überhaupt? Ja! Aber wie?

Wenn der Erblasser sich entschieden hat, sein Kind zu enterben, muss dieser Wunsch im Testament festgehalten werden. Jedoch ist dies nicht so einfach, da auch in so einem Falle dem enterbten Kind ein Pflichtteilsrecht zusteht.

Grundsätzlich kann der Erblasser zwar entscheiden, wen er enterben möchte. Dies wird aber schwieriger, wenn es sich um Angehörige handelt, die dem Erblasser sehr nahestehen. Das sind zum Beispiel die Kinder, die Ehefrau/der Ehemann und die Eltern.

Um den Enterbungswillen durchsetzen zu können, müssen sehr strenge Voraussetzungen vorliegen. Werden diese Voraussetzungen nicht beachtet, läuft der Erblasser Gefahr, dass im Ergebnis die Menschen erben, die er eigentlich vom Erbe ausschließen wollte.

Kontaktieren Sie uns telefonisch unter 030 31 01 80 800 bzw. per Mail an info@georgepartner.de und lassen Sie uns zeitnah erörtern, welche Möglichkeiten Sie haben, einem Erben auch seinen Pflichtteil zu nehmen.

Erbrecht bei unehelichen Kindern

Wie sieht es aus, wenn der Erblasser ein uneheliches Kind hat? Bekommt das Kind kraft Gesetzes einen Erbteil oder muss dies im Testament geregelt werden?

Mit diesem Thema hat sich der Gesetzgeber in der Vergangenheit gar nicht beschäftigt. Grundsätzlich war es so, dass der Erblasser nur aufgrund eines Testaments oder eines Erbvertrages dem unehelichen Kind einen Erbanteil zusprechen konnte.

Inzwischen hat sich das geändert. Seit 2011 gilt die Regelung, dass den unehelichen Kindern ebenso ein Pflichtteil zusteht. Jedoch ist auch dies an eine Voraussetzung geknüpft: Die Vaterschaft muss anerkannt oder gerichtlich festgestellt worden sein.

Was, wenn das uneheliche Kind enterbt worden ist?

Da der Gesetzgeber mit der Änderung das Ziel verfolgte, uneheliche Kinder nicht zu benachteiligen, gilt hier genau dieselbe Regelung wie für leibliche Kinder. Das heißt, auch wenn der Erblasser das uneheliche Kind durch ein Testament enterbt hat, steht dem Kind ein gesetzlicher Pflichtteil zu.

Die Bezifferung der Pflichtberechtigten ist trickreich. Es gilt auch hierbei, kein Geld zu verschenken.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Rufen Sie uns unter der Rufnummer 030 31 01 80 800 oder schreiben Sie uns unter der E-Mail-Adresse info@georgepartner.de an.

Erbrecht ohne Kinder

Wenn der Verstorbene weder durch ein Testament noch durch einen Erbvertrag geregelt hat, wer in solch einem Fall was erbt, tritt die gesetzliche Regelung ein. Aus diesem Grund wird hier nach dem Verwandtschaftsgrad unterschieden.

Wenn der Erblasser weder Kinder hat noch verheiratet ist, kommen die Verwandten 2. Grades in Betracht; also die Eltern oder die Geschwister. Falls der Erblasser weder Eltern noch Geschwister hat, kommen die Onkel und Tanten zum Zuge.

Beachten Sie: Wenn weder ein Testament noch ein Erbvertrag vorliegt, gilt die gesetzliche Rangordnung.

Die gesetzliche Ordnung spiegelt aber längst nicht immer die Interessen des Erblassers wider.

Um von Anfang alles richtig zu machen, sollten Sie die Hilfe eines Anwalts für Erbrecht in Anspruch nehmen. Rufen Sie uns an unter der Nummer 030 31 01 80 800 an.

Erbrecht bei Adoptivkindern

Hier muss unterschieden werden, ob die Kinder während der Adoption noch minder- oder volljährig waren.

Adoption bei Minderjährigen

Mit der Adoption als Minderjähriger erhält das Kind das volle gesetzliche Erbrecht. Das heißt, dass das Kind pflichtteilsberechtigt ist. Also: Adoptivkinder werden wie leibliche Kinder behandelt und sind im Falle eines Enterbungsfalles trotzdem pflichtteilsberechtigt. Jedoch ist es ausgeschlossen, dass das Kind noch Anspruch auf den Erbteil der leiblichen Eltern hat. 

Adoption bei Volljährigen

Wenn ein Erwachsener bzw. Volljähriger adoptiert wird, bekommt er neben seinen leiblichen Eltern auch noch die Adoptiveltern hinzu. Das bedeutet, dass er nun vier Elternteile hat und von allen das volle Erbrecht besitzt. Ebenso ist er in Bezug auf die vier Elternteile pflichtteilsberechtigt.

Beachten Sie: Der Volljährige hat zwar eine Pflichtteilsberechtigung gegenüber allen Elternteilen, jedoch nicht gegenüber den Adoptivgroßeltern!

Adoption vor 1977

Wenn die Adoption vor 1977 passiert ist, unterscheidet der Gesetzgeber nicht mehr zwischen Minder- und Volljährigen. Hierbei gelten dieselben Regelungen, die für die Adoption Volljähriger gelten.

Zögern Sie nicht: Schreiben Sie uns eine E-Mail an info@georgepartner.de, um einen Termin für Ihre Erstberatung Erbrecht zu vereinbaren.

 

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2018-10-29T10:59:05+00:00 Von |Erbrecht|

Über den Autor:

Dr. Niels George ist erfahrener Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie für Steuerrecht. Außerdem ist er Anwalt für Erbrecht. Die Kanzlei George und Partner unterstützt und begleitet ihre Mandanten in all Ihren Stadien als Geschäftsführer und Gesellschafter.

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