GmbH verkaufen: Vermeiden Sie diese 5 Fallen

Wer eine GmbH verkaufen möchte, sieht sich oft mit gewaltigen Problemen konfrontiert. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Klauseln im Vertrag nicht sauber auf die Bedürfnisse der Parteien abgestimmt sind.

In der Praxis oft verwendete Standardklauseln können sich als unwirksam entpuppen. Dies bringt den Verkauf der GmbH zu Fall und führt zu kostspieligen Folgeprozessen.

Der Verkauf von Anteilen an einer GmbH funktioniert nicht wie bei einem Gebrauchtwagen. Es werden nicht einfach Schlüssel, Fahrzeugbrief und Geld übergeben. Auf dem komplexen Weg zum GmbH verkaufen gibt es fünf Fallen, die Sie kennen und berücksichtigen sollten.

Inhalte dieser Seite

1. Unzureichende Bezeichnung des Kaufgegenstands beim GmbH verkaufen
2. Garantieangaben, die zu Schadenersatzansprüchen führen
3. Haftung nicht ausdehnen, sondern reduzieren!
4. Nachhaftung des Gesellschafters nach dem GmbH Verkauf ausschließen
5. Weiterführen des Unternehmens

1. Unzureichende Bezeichnung des Kaufgegenstands beim GmbH verkaufen

Bevor Sie eine GmbH verkaufen, sollten Sie den Verkauf gründlich überprüfen lassen. Rufen Sie uns an unter 030 31 01 80 800.

Eine häufige Falle beim GmbH verkaufen ist die unzureichende Bezeichnung des Kaufgegenstands. Was bedeutet das konkret?

Ein Unternehmensverkauf geschieht entweder durch Anteilskauf (Share Deal) oder Verkauf von einzelnen Vermögensgegenständen (Asset Deal).

Egal, ob Sie eine ganz einfache Nadel oder eine komplexe Produktionsanlage verkaufen, gilt beim GmbH verkaufen: Die Vertragsgegenstände müssen im Vertrag konkret beschrieben werden.

Es kommt nicht selten vor, dass dabei einzelne Vermögensgegenstände vergessen werden.

Daher ist der Aufwand beim Verkauf der GmbH in Form eines Asset Deals sehr groß und darf nicht unterschätzt werden: Jeder einzelne Gegenstand muss konkret aufgeführt werden.

Catch-All-Klausel als vermeintliche Lösung

Um Unsicherheiten bei der Bezeichnung der Gegenstände zu vermeiden, wird in vielen Unternehmenskaufverträgen eine sogenannte Catch-All-Klausel angewendet. Mit dieser Klausel soll sichergestellt werden, dass alle Aktiva des Unternehmens übertragen werden.

Es soll all das verkauft werden, was wirtschaftlich zum Unternehmen gehört. Die Gegenstände, die in der Liste fehlen und eigentlich mitveräußert werden sollten, sollen durch diese Auffangklausel zu einem späteren Zeitpunkt übereignet werden.

Unwirksamkeit des gesamten GmbH-Verkaufs

Catch-All-Klauseln werden von den Gerichten oft als unwirksam angesehen. Schließlich bezeichnen sie gerade nicht den Kaufgegenstand genau. Die Gerichte nehmen sogar die Unwirksamkeit des gesamten Kaufvertrags an, wenn dieser eine unwirksame Catch-All-Klausel enthält.

Das bedeutet, dass der gesamte Kaufvertrag aufgrund der einen unwirksamen Klausel nichtig ist. Alles kann von vorne beginnen. Dazu kommen auch noch die Beratungskosten und die Zeit, die man für den Vertrag unnötig in den Sand gesetzt hat.

Um keine Fehler zu machen, die sogar zur Unwirksamkeit des gesamten Deals führen können, sollten Sie einen Fachanwalt für Gesellschaftsrecht in Anspruch nehmen. Rufen Sie uns an unter der Nummer 030 31 01 80 800 an. Wir beraten Sie zu den Risiken und vermeidbaren Fallen beim GmbH verkaufen.

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2. Garantieangaben, die zu Schadenersatzansprüchen führen

Im Gegensatz zum Asset Deal findet beim Share Deal ein Verkauf von GmbH-Anteilen statt. Durch den Verkauf geht das ganze Unternehmen mit all seinen Rechten und Pflichten auf den Käufer über.

Der größte Vorteil liegt darin, dass der Vertrag nicht so ausführlich und lang ist. Die Gegenstände müssen auch nicht so genau bezeichnet werden wie beim Asset Deal. Schließlich werden ja nur die Anteile an der GmbH verkauft.

Eine häufige Falle beim Share Deal sind Garantieangaben, die beim Verkauf der GmbH zu Schadenersatzansprüchen führen können.

Sind die Bilanzen korrekt?

Aber auch der Share Deal ist nicht ohne Tücken: Der Verkäufer muss sich beispielsweise fragen, ob die Bilanzen auch wirklich wahrheitsgemäß erstellt worden sind (Beispiel: falsche Gewinn- und Verlustrechnungen oder Anlagen).

Käufer bestehen oft bei der Kaufabwicklung auf Garantien vom Verkäufer für die Richtigkeit der Bilanzen. Der Verkäufer gibt dabei für die Richtigkeit der Bilanzen und das Nichtbestehen von weiteren Verbindlichkeiten Garantien ab.

In so einem Fall haftet der Verkäufer für die Richtigkeit der Bilanzen. Damit kann sich der Verkäufer aber auf gefährliches Glatteis begeben: Er haftet auch für Fehler, die beispielsweise seinem Steuerberater bei der Erstellung der Bilanzen unterlaufen sind.

Haftung des GmbH-Verkäufers, obwohl er die Falschangabe nicht verschuldet hat

Selbst, wenn sich der Verkäufer der GmbH sicher ist, alles ordnungsgemäß durchgeführt zu haben, kann es zu Fehlern gekommen sein, für die der Verkäufer effektiv selbst nichts kann. Dass er dafür nichts kann, tut nichts zur Sache: Dem Käufer ist es schließlich egal, wem er die missliche Lage zu verdanken hat. Er will bei falschen Angaben Schadensersatz haben.

Im schlimmsten Fall kann das zur Rückabwicklung des Kaufvertrages führen. Der Verkäufer der GmbH sollte es deshalb vermeiden, Garantien abzugeben. Insbesondere solche nicht, bei deren Nichtvorliegen hohe Schadenersatzforderungen drohen.

In der Praxis unterschreiben die Verkäufer häufig Klauseln, um deren Brisanz sie nicht wissen. Schreiben Sie eine E-Mail an info@georgepartner.de, um einen Termin für Ihre Erstberatung zu vereinbaren. Gern werden wir für Sie passgenaue Klauseln erstellen, die Sie ruhigen Gewissens unterschreiben können.

3. Haftung nicht ausdehnen, sondern reduzieren!

Der Schutz des Käufers vor Rechts- und Sachmängeln ist beim Verkauf einer GmbH sehr weitreichend.

Haftung des GmbH-Verkäufers bei Mängeln

Liegt ein Mangel vor, macht der Käufer diesen zunächst geltend. Ein Rücktritt vom Kaufvertrag ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich: Der Käufer muss dem Verkäufer erst die Möglichkeit zur Nacherfüllung geben.

Erst dann, wenn keine Nacherfüllung geleistet wird, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten, Schadensersatzansprüche oder Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen. Damit es aber erst gar nicht dazu kommt sollten Sie Klauseln aushandeln, die die Gewährleistungsrechte des Käufers einschränken.

Drohender Rücktritt – alles von vorne

Ansonsten hat der Verkäufer mit Nacherfüllungskosten oder gar dem Rücktritt durch den Käufer zu rechnen. Das ist ärgerlich, da der Verkäufer bereits erhebliche Honorare in Anwälte und Steuerberater investiert haben wird. Da möchte er vermeiden, diesen Prozess noch mal von vorne zu durchlaufen.

Das Thema Gewährleistungsausschluss ist sehr komplex. Kompetente gesellschaftsrechtliche Beratung tut Not. Zögern Sie nicht: Rufen Sie uns unter der Rufnummer 030 31 01 80 800 an. Gern werden wir die Möglichkeiten besprechen.

4. Nachhaftung des Gesellschafters nach dem GmbH Verkauf ausschließen

Nachdem der Verkaufsprozess abgeschlossen ist, verliert der Verkäufer seine Gesellschaftsanteile und seine Gesellschafterstellung. Die GmbH ist mit all seinen Rechten und Pflichten auf den Käufer übergegangen. Jedoch bedeutet das nicht, dass der Verkäufer dadurch von seinen nicht ordnungsgemäß erbrachten Einlageverpflichtungen befreit ist:

Haftung für nicht erbrachte Einlagen

Beim GmbH verkaufen ist es nicht selten, dass zum Beispiel nur die Hälfte des Stammkapitals eingezahlt wird. Die Einzahlung der zweiten Hälfte gerät dann schlichtweg in Vergessenheit. In diesem Fall haften Verkäufer und Käufer gemeinschaftlich. Der Verkäufer der GmbH ist sogar gesetzlich dazu verpflichtet, seiner Verbindlichkeit nachzukommen.

Hat der Verkäufer diese Verbindlichkeit nicht erfüllt, kann der Insolvenzverwalter ihn lange nach dem Verkauf der GmbH in die Haftung reinholen. Für den Verkäufer ist das doppelt ärgerlich.

Inanspruchnahme durch Insolvenzverwalter

Er kann oft nichts dafür, dass nun Insolvenz angemeldet werden muss. Schließlich ist er schon längst aus dem aktiven Business der GmbH ausgeschieden. Den Insolvenzverwalter stört das aber nicht. Er schaut vielmehr darauf, wen er noch belangen kann.

Auf diese Weise hat der Verkäufer oft noch lange nach dem GmbH verkaufen wieder damit zu tun – unfreiwillig und zu Kosten, die er nicht eingeplant hatte.

Kontaktieren Sie uns telefonisch unter 030 31 01 80 800 bzw. per Mail an info@georgepartner.de und lassen Sie uns zeitnah erörtern, wie wir Ihre Haftung nach einem GmbH-Verkauf wirksam reduzieren.

5. Weiterführen des Unternehmens

Von Vertragsunterzeichnung bis zur Übertragung der GmbH-Unternehmensanteile kann es einige Wochen dauern. Während dieser Zeit kann der Verkäufer noch Einfluss auf die Liquidität des Unternehmens nehmen.

Das kann beispielsweise durch die Entnahme von Gewinnen, das Hinauszögern der Bezahlung von Rechnungen oder das Unterlassen von Wartungen, Reparaturen und Investitionen geschehen. Genau in dieser Phase verstecken sich Haftungsfallen für den Verkäufer.

Mangelnde Einflussmöglichkeiten des Verkäufers

Im Falle einer Verschlechterung der Unternehmenssituation wird der Käufer später behaupten, der Verkäufer habe die Verschlechterung verschuldet. Er wird geltend machen, dass der Verkäufer ihm den Verlust ersetzen müsse. So kann der GmbH Verkauf für den Verkäufer vollkommen unerwartet einen immensen Verlust darstellen.

Past-Practice-Klausel als Ausweg

Solche Gefahren lassen sich aber vermeiden. Dazu kann zum Beispiel eine Past-Practice-Klausel als Auffangvorschrift zum Schutz des Verkäufers in den GmbH-Kaufvertrag aufgenommen werden.

Der Verkäufer verpflichtet sich mit dieser Klausel, während der Zeit zwischen der Unterzeichnung des GmbH-Vertrags und der Übertragung der Anteile die Geschäfte genau wie bisher weiter zu führen. Tut er das, wird sich der Käufer nicht darauf berufen können, der Verkäufer habe eine Verschlechterung zu ersetzen.

Die Past-Practice-Klausel erspart dem Verkäufer das Risiko einer Verschlechterung. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Klauseln, die sich zugunsten des Verkäufers in den Vertrag aufnehmen lassen.

Um einen nachhaltig erfolgreichen Verkauf abzuschließen, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Wir beraten Sie auf jeder Stufe beim GmbH verkaufen und halten Vorschläge parat, wie Sie die genannten Tücken vermeiden.

Rufen Sie uns unter der Rufnummer 030 31 01 80 800 oder schreiben Sie uns unter der E-Mail-Adresse info@georgepartner.de an.

Bildquellennachweis: Karin & Uwe Annas / fotolia.com

2017-07-26T16:13:06+00:00 Von |Gesellschaftsrecht|

Über den Autor:

Dr. Niels George ist erfahrener Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie für Steuerrecht. Außerdem ist er Anwalt für Erbrecht. Die Kanzlei George und Partner unterstützt und begleitet ihre Mandanten in all Ihren Stadien als Geschäftsführer und Gesellschafter.
George & Partner mbB Rechtsanwälte hat 5,00 von 5 Sterne | 39 Bewertungen auf ProvenExpert.com