Rechtsformen im Überblick

Einer der wichtigsten Aspekte in der Unternehmensgründung ist die Wahl der Rechtsform. Die Wahl der Rechtsform steht jedem Unternehmer grundsätzlich frei. Eine Entscheidung zu fällen, ist demnach gar nicht so einfach, da jede Rechtsform seine Vor- und Nachteile hat.

Die Wahl der Rechtsform ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Unternehmensgründung.

Wichtige Kriterien zur Rechtsformwahl sind insbesondere Haftungsfragen, die Interessen der Gesellschafter speziell zu einer möglichen Nachfolge und die voraussichtliche gesellschaftliche Entwicklung in der Zukunft.

Mit letzterem verbunden ist die Frage, ob Fremdkapital aufgenommen oder ein strategischer Investor an Bord geholt werden soll.

Das deutsche Recht räumt Gründern grundsätzlich einen weitreichenden Gestaltungsspielraum ein, um eine maßgeschneiderte Rechtsform für den jeweilgen Unternehmenszweck zu finden. Dabei besteht auch die Möglichkeit, auf Mischformen zurückzugreifen.

Inhalt:

  1. Das Einzelunternehmen
  2. Die Personengesellschaften
  3. Die Kapitalgesellschaften
  4. Die Mischformen der Rechtformen

Das Einzelunternehmen

Die Rechtsform der Einzelunternehmer ist dabei die in Deutschland häufigste Unternehmensform. Als Einzelunternehmer wird ein Unternehmer bezeichnet, der alleiniger Besitzer eines Gewerbes ist und die Geschäfte führt.

Die Vorteile eines Einzelunternehmens sind:

  • keine Mindeskapitaleinzahlung
  • Gewinne werden nicht geteilt
  • minimale Gründungskosten (keine notariellen Vorschriften)

Der Einzelkaufmann ist unter anderem durch die Firmierung „e.K.“ (eingetragener Kaufmann) zu erkennen – nämlich dann, wenn er ins Handelsregister als Kaufmann eingetragen ist. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2014 entscheiden sich  27,0 % der Gründer für die Rechtsform des Einzelunternehmers.

Die Personengesellschaft

Personengesellschaften zeichnen sich dadurch aus, dass die Gesellschafter für die Schulden des Unternehmens grundsätzlich persönlich, also mit ihrem ganzen Vermögen, haften.

Des Weiteren muss kein Mindestkapital eingezahlt werden, aber die Gesellschafter legen Teile ihres Vermögens in die Gesellschaft ein und erhalten eine Beteiligung am Gesellschaftsvermögen entsprechend ihres prozentual eingelegten Anteils.

Zu den Personengesellschaften gehören folgende Rechtsformen:

  • Gesellschaft bürglichen Rechts (GbR)
  • offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Partnerschaftsgesellschaft (PartG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)

Die Kommanditgesellschaft ist eine besondere Form der OHG. Sie unterscheidet sich im Wesentlichen von der OHG dadurch, dass Haftung und Entscheidungsgewalt aufgespalten werden.

Die Kommanditgesellschafter werden zunächst einmal in den Komplementär und den Kommanditisten unterschieden. Der Komplementär haftet mit seinem gesamten Vermögen, wohingegen der Kommanditist nur in Höhe seiner Einlage haftet.

Die Kapitalgesellschaft

Der zentrale Unterschied zwischen einer Personengesellschaft und einer Kapitalgesellschaft liegt im so genannten Trennungsprinzip. Dies bedeutet: Bei einer Kapitalgesellschaft werden die Gesellschaft und die Gesellschafter voneinander unabhängig behandelt.

Die Gesellschaft hat somit eine eigene Rechtspersönlichkeit und haftet für Verbindlichkeiten, ist Eigentümer aller Vermögensgegenstände und alleiniger Gläubiger von Gesellschaftsforderungen. Sie handelt als juristische Person und nicht durch die Gesellschafter an sich, sondern durch die Organe der Kapitalgesellschaft.

Formen von Kapitalgesellschaften:

  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Unternehmergesellschaft (UG)
  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

Die KGaA ist eine Mischform aus Kommanditgesellschaft und Aktiengesellschaft. Sie weist Merkmale einer Personen- und Kapitalgesellschaft auf.

Die Kapitalbeschafung und die Geschäftsführung gestaltet sich mit einer KGaA einfacher, da die Kommanditaktionäre keine direkte Entscheidungsgewalt über Personal oder Geschäftsführung haben.

Die Mischformen der Rechtsformen

Neben den genannten Gesellschaftsformen existieren noch weitere Mischformen, die Eigenschaften einer Personen- und Kapitalgesellschaft kombinieren:

Die GmbH & Co. KG bzw. die UG & Co. KG ist beispielsweise eine besondere Erscheinungsform der KG, deren persönlich haftender Komplementär eine Kapitalgesellschaft (eine GmbH bzw. eine UG) ist. Vorteil: Die Haftung der Komplementärin der KG ist auf das Gesellschaftsvermögen der Kapitalgesellschaft begrenzt.

Stellt sich heraus, dass die ursprünglich gewählte Rechtsform nicht mehr zur Unternehmung passt, besteht natürlich die Möglichkeit eines Wechsels der Rechtsform.

Eine spätere Rechtsformumwandlung ist jedoch teilweise zeitaufwendig und kostenintensiv. Deshalb sollte sich ein Gründer möglichst frühzeitig mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigen.

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2017-07-26T16:15:07+00:00 Von |Gesellschaftsrecht|

Über den Autor:

Dr. Niels George ist erfahrener Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie für Steuerrecht. Außerdem ist er Anwalt für Erbrecht. Die Kanzlei George und Partner unterstützt und begleitet ihre Mandanten in all Ihren Stadien als Geschäftsführer und Gesellschafter.
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